Der Zweite Turm von San Marino: Die Cesta

Dort, wo der Monte Titano seinen höchsten Punkt erreicht, auf 755 Metern Höhe, erhebt sich majestätisch der Zweite Turm von San Marino, bekannt als „Cesta“. Wie eine alte Steinwache dominiert dieses Meisterwerk mittelalterlicher Militärarchitektur seit fast einem Jahrtausend die umliegende Landschaft.

Geschichte und Architektur der Cesta

Die Geschichte der Cesta wurzelt in der römischen Zeit, wo sie als strategischer Wachturm diente. Die erste schriftliche Erwähnung ihrer Existenz stammt aus dem Jahr 1253, aber ihre Rolle als Wächterin des san-marinesischen Territoriums ist noch älter. Wie ihr Vorgänger, der Erste Turm Guaita, ist die Cesta von mächtigen Steinmauern umgeben, gekrönt von charakteristischen Zinnen, die ihr einzigartiges Profil definieren.

Die große Restaurierung

Ein grundlegendes Kapitel in der Geschichte der Cesta wurde zwischen 1924 und 1925 geschrieben, als Steinmetzmeister eine akribische Restaurierungsarbeit unternahmen. Dieses monumentale Werk gab dem Turm seinen früheren Glanz zurück und bewahrte sorgfältig alle typischen Elemente der mittelalterlichen Militärarchitektur: von den Armbruststellungen bis zu den Schießscharten, die ursprünglich verwendet wurden, um kochendes Pech auf mögliche Angreifer zu gießen.

Ein Museum im Himmel

Heute beherbergt der Zweite Turm das prestigeträchtige Museum für Antike Waffen, eine Sammlung, die Jahrhunderte der Geschichte durch Rüstungen, Waffen und militärische Gegenstände erzählt. Diese moderne Nutzung fügt sich perfekt in die ursprüngliche Architektur ein und schafft eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Innenraum des Museums für Antike Waffen im Zweiten Turm von San Marino

Der Turm in der san-marinesischen Kultur

Die Bedeutung der Cesta in der Geschichte und Identität von San Marino ist so groß, dass der Turm ausgewählt wurde, um auf der 50-Cent-Euro-Münze von San Marino abgebildet zu werden, was seine grundlegende Rolle im kulturellen Erbe der Republik bezeugt.

Den zweiten Turm besuchen

Um zur Cesta zu gelangen, können Besucher dem malerischen Weg folgen, der vom Ersten Turm aus entlang der alten Mauern schlängelt, ein Weg, der atemberaubende Panoramablicke auf die Republik und die Riviera der Romagna bietet.


Ein Tipp von Einheimischen: Die erhöhte Position der Cesta macht sie zum idealen Ort, um den Sonnenaufgang zu beobachten. In den frühen Morgenstunden, wenn sich der Nebel langsam auflöst, schafft das Panorama, das sich über das darunter liegende Tal öffnet, ein Naturschauspiel von seltener Schönheit.

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