Der Erste Turm von San Marino: Die Guaita Festung
Majestätisch und imposant dominiert der Erste Turm von San Marino, bekannt als Guaita, das Profil des Monte Titano wie ein treuer Wächter der Zeit. Diese Festung, die älteste und größte der drei Türme von San Marino, erzählt eine tausendjährige Geschichte von Freiheit und Unabhängigkeit.
Eine Reise ins Herz der Festung
Die Guaita, die nach ihrer Restaurierung von 1930 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, beherbergt in ihrem Inneren ein Mosaik aus Geschichte und Kultur, das sich Schritt für Schritt entfaltet. Der Weg durch den Turm ist eine Zeitreise, die den Besuchern kontinuierlich Schätze offenbart.
Verborgene Schätze und heilige Orte
Im Herzen der Festung hält die kleine Kapelle der Heiligen Barbara, erbaut im Jahr 1960, die religiöse Tradition lebendig: Jedes Jahr am 4. Dezember, dem Tag der Schutzpatronin der Artillerie, beherbergen ihre Mauern eine stimmungsvolle eucharistische Feier.
Die alten Mauern der Guaita verbergen wertvolle Zeugnisse der Vergangenheit: Die Comasker Gravuren, unter denen die Darstellung eines langen Dolches hervorsticht, erzählen von der Geschicklichkeit und Hingabe der Baumeister, die dieser Festung Form gegeben haben.

Von der Zuflucht zum Gefängnis
Die Geschichte der Guaita ist von einer kontinuierlichen Entwicklung geprägt: Als Zuflucht für die Wächter des Berges geboren, wurden im 16. Jahrhundert einige ihrer Räume in Gefängnisse umgewandelt und behielten diese Funktion bis 1970 bei, als das neue Kapuzinergefängnis eingeweiht wurde.
Das alte Herz: Der Bergfried
Das wahre Juwel des Ersten Turms ist der Bergfried, der ursprüngliche Kern der Festung, der über die Jahrhunderte unverändert geblieben ist. Diese Struktur repräsentiert die authentischste Essenz der Guaita, ein stiller Zeuge von Jahrhunderten san-marinesischer Geschichte.
Die Große Glocke: Stimme der Freiheit
Mitte des 16. Jahrhunderts fügte der Bau des „Campanone“ (Große Glocke) dem Turm ein grundlegendes Element hinzu. Diese imposante Glocke, die ursprünglich als Alarmsystem für die Bürger diente, lässt heute ihr Läuten bei den wichtigsten zivilen und religiösen Feierlichkeiten erklingen.

Ein atemberaubendes Panorama
Die bewegendste Erfahrung des Besuchs ist zweifellos der Spaziergang auf den Festungsmauern. Von hier aus reicht der Blick von der Adria bis zum Monte Carpegna und an den klarsten Tagen bis zum Catria und bietet eine Aussicht, die keine Fotografie wirklich einfangen kann.
Besucherinformationen
Öffnungszeiten:
- Vom 20. Juni bis 10. September: 8:00-20:00 Uhr (letzter Einlass 19:30 Uhr)
- Vom 11. September bis 19. Juni: 9:00-17:00 Uhr (letzter Einlass 16:30 Uhr)
Tickets:
Die Preise beginnen bei 3€, mit günstigen Abonnementformeln für den Besuch aller staatlichen Museen.

Ein Tipp von Einheimischen: Planen Sie Ihren Besuch in den Stunden des Sonnenuntergangs während der Sommersaison: Das Licht der untergehenden Sonne schafft eine magische Atmosphäre, die das Erlebnis noch unvergesslicher macht.
Am Ende des Besuchs kann Ihre Reise durch den stimmungsvollen Hexenpass fortgesetzt werden, um dann zum Zweiten Turm aufzusteigen und so die Erkundung dieses außergewöhnlichen Verteidigungssystems zu vervollständigen.
Kuriosität: Der Erste Turm Guaita ist für die san-marinesische Identität so wichtig, dass er ausgewählt wurde, um die 50-Cent-Euro-Münze der Republik zu zieren.
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